Jade Mate

Jade Mate

Yoga- und Tanz-Lehrerin Jade Mate

Die kurze Version

Orientalischen Tanz praktiziere ich seit sechzehn Jahren. Ich wurde von der spanischen Tänzerin Nuria Gallego in „Tanzen in der Mutterschaft“ ausgebildet. Ich bin auch zertifizierte Yogalehrerin (YA 200) mit Schwerpunkt auf Schwangerschaftsyoga.

Gibt man Bauchtanz auf YouTube ein, bekommt man tausende Treffer. Mit den meisten dieser Tanzperformances kann ich mich jedoch nicht identifizieren. Ich tanze auf keiner Bühne. Ich tanze in meinem Zimmer, wenn ich Regelschmerzen habe, um die Muskulatur zu entspannen und Linderung zu schaffen. Ich tanze, wenn meine Gefühle überwältigend sind, oder wenn ich eine Pause vom Alltag brauche. Ich tanzte in der Schwangerschaft, bei der Geburt meiner Kinder und auch danach, um meinen Körper wieder zu stärken und zurückzubilden. Bauchtanz ist für mich Frauenweisheit. Eine, die wiederentdeckt werden möchte.

 

Die lange Version

Alles, was ich über Tanz und über Yoga weiß, habe ich meinen Lehrerinnen zu verdanken. Sie haben mit mir das geteilt, was aus ihrem Herzen kommt. Von ganzem Herzen: Danke. Ohne euch hätte ich keine tiefen Wurzeln, keinen starken Stamm und keine langen Zweige voller Blüten.

ORIENTALISCHER TANZ – DIE WURZELN

Meine erste Lehrerin hieß Nezma Farah. Sie war eine Puristin: sie war dem klassischen orientalischen Tanz (Raqs Sharqi), besser als Bauchtanz bekannt, so treu, dass sie jede Abweichung, jeden Innovationsversuch kategorisch ablehnte. Vom ersten Tag an war ich fasziniert: ich hatte noch nie im Körper einer Frau solche Weichheit und solche Kraft vereint gesehen. Einfach magisch. Es war 1999. Damals lebte ich noch in Madrid, meiner Heimatstadt. Sechs Jahre lang blieb ich bei Nezma und lernte von ihr Raqs Sharqi, meine Wurzeln, bis mich die Liebe nach Innsbruck brachte.

YOGA – DER STAMM

Am Anfang versuchte ich, einen Bauchtanzkurs in Innsbruck zu finden, aber Nezma hatte die Standards so hoch für mich gelegt, dass ich keinen passenden Kurs fand. Und so ließ meine Bauchtanzleidenschaft langsam nach. In meinen ersten Jahren in Innsbruck konzentrierte ich mich voll und ganz auf das Erlernen der deutschen Sprache.

Und dann fand ich Yoga. Oder Yoga fand mich. Meine erste Yogastunde hatte ich im Jahr 2009, ich war schwanger, mit Kira Cook. Bei Kira bin ich seither geblieben. Mit ihr praktiziere ich seit dieser ersten Stunde Yoga auf der Matte, und von ihr habe ich auch gelernt, Yoga in meinem Alltag zu integrieren. Im Juli 2017 schloss ich meine Ausbildung zur Yogalehrerin mit Maite Criado (YA 200) in Madrid ab. Im Oktober desselben Jahres machte ich eine Schwangerschaftsyoga-Ausbildung bei Kira in Innsbruck.

Yoga stärkte meine Mitte, nicht nur im Körper, sondern auch im Geist und wurde zu einem fixen Bestandteil meines Lebens. Mein Stamm wuchs, wurde stark und flexibel. Ich war bereit für das, was noch kommen sollte.

MUTTERSCHAFT – ZURÜCK ZU DEN WURZELN

Als ich schwanger wurde, fand ich zum Orientalischen Tanz zurück. Es fühlte sich nur ganz natürlich an, meine Hüfte wieder kreisen zu lassen. Es war fast so, als hätte ich vergessen, dass ich einen Bauch und ein Becken hatte, dass ich solche Weichheit und solche Kraft in mir vereint hatte. Mein kleiner Sohn, der in mir heranwuchs und meine Körperform veränderte, erinnerte mich nun daran.

Aber etwas hatte sich verändert. Mein Focus beim Tanzen war jetzt anders. Ich lernte keine Choreografien und machte keine Auftritte wie damals in Madrid bei Nezma. Ich tanzte nur für mich und für mein Baby. Mein Focus war drinnen, nicht draußen. Und das machte das Tanzen umso magischer. Ich hatte den Bauchtanz als Teil einer Kultur kennengelernt. Nun erfuhr ich den Bauchtanz als meine eigene wiederentdeckte Frauenweisheit.

Ich wurde Mutter von zwei Kindern. Während dieser intensiven Zeit verankerte sich mein innerer Focus, und meine Yoga- und Tanzpraxis vertieften sich mehr als ich mir jemals gedacht hätte. 2016 schloss ich die Ausbildung „Bauchtanz für Schwangere und für Mütter nach der Geburt“ mit der spanischen Tänzerin Nuria Gallego ab und rief Muttertanz ins Leben. Ich wollte die Magie teilen und andere Frauen mit Yoga und Tanz in ihrer Mutterschaft begleiten. Nuria ist eine Pionierin des Tribal Fusions in Spanien und von ihr lernte ich Tribal Fusion Belly Dance kennen, meine nächste Leidenschaft.

TRIBAL FUSION BELLY DANCE – DIE ZWEIGE VOLLER BLÜTEN

Seit 2015 bin ich von diesem neuen Tanzstil wie besessen. Tribal Fusion ist genau das, was Nezma so kategorisch ablehnte: pure Innovation. So wie ich, hat Tribal Fusion Belly Dance seine Wurzeln im Orientalischen Tanz, vermischt aber die Elemente von Raqs Sharqi hemmungslos mit Elementen aus anderen Tanzstilen. Die Möglichkeiten (und der Spaß) sind grenzenlos.

Tribal Fusion Belly Dance ist für mich eine Kunst. Wie damals konzentriere ich mich im Moment voll und ganz auf das Erlernen dieser neuen Sprache. Die verschiedenen Bewegungen sind wie Wörter. Das Resultat, wenn man sie zusammenfügt, ist pure Poesie.

Mehrmals im Jahr besuche ich Tribal Fusion Workshops in verschiedenen Städten Europas. Die restliche Zeit lerne ich autodidaktisch. Zu meinen Lehrerinnen zählen internationale Stars wie Rachel Brice und Kolette Todorov.

Obwohl dieser Tanzstil weltweit zu einer Sensation geworden ist, ist die Tribal-Fusion-Szene in Innsbruck sehr klein. Ich würde gerne diese Szene wachsen sehen und deshalb biete ich ab Herbst 2018 Tribal-Fusion-Belly-Dance Kurse für AnfängerInnen an.